REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Zitat aus dem von Carl Begal vom kanadischen BW&BK Magazin verfaßten Presse-Info: "Wenn man eine Band mit TESTAMENT und AT THE GATES in einem Atemzug vergleichen kann, so ist diese Band der ungeteilten Aufmerksamkeit würdig. COMMANDER gehören zu solchen Bands. Mit einem flüchtigen Gemisch aus Bay Area Thrash und Skandinavischem Death Metal ist der deutsche Vierer dabei, sein Debüt Album, "World's Destructive Domination", auf die arglose Metal-Szene loszulassen. Und jenen, die da meinen, dies sei eine der üblichen Arschkriecher-Lobhudeleien, die in allen möglichen Biographien von Bands erscheinen, die verzweifelt um einen Plattendeal buhlen, all jenen sei gesagt: reine Spekulation! Die Musik von COMMANDER hat solche Empfehlungen nicht nötig, um die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zu ziehen. Nein, die Empfehlung hier ist ganz einfach: "Hinsetzen, Klappe halten und warm anziehen!"..." Tja, tut mir leid, aber wenn das mal keine von ihm selbst großkotzig "Arschkriecher-Lobhudelei" titulierte Arschkriecher-Lobhudelei ist, dann weiß ich auch nicht. Außerdem zweifel ich etwas an Herrn Begals Sachverstand, da die musikalische Ausrichtung der Münchener Death/Thrasher zwar definitiv Parallelen zu TESTAMENT aufweißt, mit Skandinavischem Death Metal à la AT THE GATES aber so rein gar nichts am Hut hat. Vielmehr ist der Stil absolut typisch amerikanisch und erinnert stark an MALEVOLENT CREATION und CANNIBAL CORPSE. Das soll dem Ganzen jetzt aber keinen Abbruch tun, denn qualitativ stimmt's bei COMMANDER auf jeden Fall. Gleich der Opener "Modern Slavery" macht ordentlich Druck, "The Attic" könnte auch aus der Feder der Kannibalen aus Buffalo stammen und die Doomwalze "Drowned In Sorrow" hat die Intensität eines Tritts in die männlich "Familienbildungsstätte". Höhepunkt des Albums ist aber der äußerst abwechselungsreiche, in drei Parts unterteilte Song "Dead But Alive", der "World's Destructive Domination" gebührend abschließt. Zwar finden sich unter den dreizehn Stücken auch noch zwei oder drei eher durchschnittliche Nummern und auch die Produktion wirkt etwas steril, aber trotz alldem wissen COMMANDER durchaus zu begeistern und bereichern den deutschen Extrem-Metal Underground ungemein. Da stört es auch nicht weiter, daß der Sound der drei Herren plus Dame am Bass nicht gerade revolutionär neu ist... das Rad läßt sich nun mal nicht mehr neu erfinden! Genre-Fans sollten also auf alle Fälle mal ein bis zwei Ohren riskieren! [MK]