REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Irgendwoher kommt mir dieses Gesicht doch bekannt vor. Richtig, die hübsche Swiss-Bass-Frau Birgit ist neben COMMANDER auch noch bei den Folk Metallern MIDNATTSOL um Liv Kristines Schwester Carmen aktiv. Doch hier geht es im Vergleich um einiges härter zu Werke. Schon 2001 tauchten die ersten, auch hier vertretenen Songs auf einem Demo auf, und 2005 brachte man das Album in Eigenregie heraus, um die Platte nun mit 5 zusätzlichen Songs endlich über ein Label anbieten zu können. Und diese hinzugefügten Tracks haben sich absolut ausgezahlt. Denn gerade diese kompakten Death/ Thrash-Kracher haben der zuvor zum Großteil aus einem Zweiteiler und einer Trilogie bestehenden Platte doch gefehlt. So groovt der Opener "Modern Slavery" gleich ohne Intro in die vollen. Fette Schwedenbreitseite mit dicken Hooks der Gitarren, größtem Mosh-Faktor, abwechslungsreichem Drumming, geilem Refrain und coolen Soli. Das macht Spaß, geht in den Nacken, und vor allem hält dieser Song mehr als locker in der oberen Liga der europäischen Deather mit, welche sonst klar von Schweden beherrscht wird. Ganz mithalten können da das brachialere "MDD" und das straightere "The Attic" nicht wirklich, aber mit u.a. "Disharmony" und "Cowards" gibt es noch weitere starke Death-Groover, bei deren Hören man ein fettes Grinsen nicht zurückhalten kann. Tja, man muss halt nicht immer unbedingt innovativ sein, um fette Songs zu schreiben. Man muss einfach nur die bekannten Zutaten gekonnt zusammensetzen! Wie schon erwähnt spielen die Mehrteiler eine wichtige Rolle bei COMMANDER. So knallt der erste Teil des Titelstücks BLOODBATH-mäßig brachial nach vorne, was dem sonst etwas groovigeren Sound aber überraschend gut steht. Der zweite Teil geht dann etwas langsamer und stampfender zur Sache und überzeugt vor allem durch Steffens tolle Soli. Vor dem Dreiteiler "Dead but alive" bekommt man noch mit "Salvation for a dead World" einen recht simplen Thrash-Groover zum verschnaufen, bevor es dann mit besagter Trilogie ins Finale geht. Und vor allem "Chapter I" ist wahre erstklassige Death Metal-Kost. Deutlich von BOLT THROWER beeinflusst, walzt das Quartett hier eine Riffwand durch die Speaker, und der sich immer wiederholende Songtitel dürfte live für echt Stimmung sorgen! "Chapter II" kommt ganz ruhig und mit cleaner Stimme daher und sorgt für düstere aber doch sehr schöne Atmosphäre, bevor die etwas plötzlich einsetzenden Riffs einen wieder aus der Trance reißen. Das damit beginnende "Chapter III" groovt etwas langsamer als Teil I und überrascht vor allem durch die cleanen Gesangsparts, die zwar nicht mit den Kollegen der Top Power Metal-Bands mithalten kann, aber durchaus richtig gut klingen. So zeigen COMMANDER mit diesem Dreiteiler, wie vielseitig sie sind, und zusammen mit den Anfangs-Krachern "Modern Slavery" und "Disharmony" kommt mit "World's Destructive Domination" eine richtig gute Scheibe in einem völlig ausreichend fetten Sound daher. In dieser Form werden. COMMANDER sicherlich bald in der europäischen Death Metal-Szene ein gehöriges Wort mitreden!

Fafnir