REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Den 06.06.06 als Veröffentlichungsdatum für eine extreme Metalscheibe auszuwählen ist ja mittlerweile kein allzu spektakulärer Marketing-Gag mehr, dennoch haben sich COMMANDER bzw. deren Label Bad Land Records diesen Termin ausgewählt - vielleicht war's Zufall, vielleicht aber auch Verzweiflung, da die restlichen Fakten über die Band noch unspektakulärer klingen: Sie kommt aus München und spielt Death Metal mit Thrash Metal-Einschlag - das war's auch schon. Na gut, erwähnenswert ist vielleicht noch die Tatsache, dass bei COMMANDER ein weibliches Wesen den Bass bedient, aber das haben BOLT THROWER ja schon seit ca. 20 Jahren... Mit den Briten hat diese Truppe übrigens auch noch die Vorliebe für äußerst effizienten Todesblei gemeinsam, der gut in die Nackenmuskulatur geht und sich die meiste Zeit in Midtempo-Regionen durch die Gehörgänge walzt. Doch die Einflüsse der Band auf BOLT THROWER zu reduzieren wäre auch nicht fair, vielmehr hat mich der Sound der Oberbayern direkt an die Deutschen FLESHCRAWL denken lassen. Hinzu gesellen sich außerdem jeweils eine Prise alte HYPOCRIPSY und GOREFEST sowie ein ganz dezenter Neothrash-Einschlag. Und so können COMMANDER vor allem dann punkten, wenn ihre Songs fett, groovig und eingängig aus den Boxen knallen, was mit Ohrwürmern wie "Modern Slavery", "M.D.D." oder "Cowards" auch vorzüglich gelingt. Auch geil kommen der melodische Doom-Brecher "Drowned In Sorrow", der Death/Thrash-Arschtritt "Salvation For A Dead World" sowie der für COMMANDER-Verhältnisse außerordentlich progressive und mit cleanen Gesangspassagen arbeitende Abschluss des Albums in Form der "Dead But Alive"-Trilogie. "World's Destructive Domination" ist sicher alles andere als ein innovatives Album, aber das, was COMMANDER machen, machen sie sehr gut. Wer seine Death Metal Platten nicht zu technisch und sperrig, aber auch nicht übertrieben melodiös mag, ist bei dieser Truppe bestens aufgehoben. Feine Sache!