REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Ein Album, bei dem man möglicherweise darüber streiten kann, welcher Stil das denn jetzt ist, Thrash oder Death Metal. Für mich ist es ganz ohne Frage letzteres, eins aber steht außer Frage, nämlich das hohe Niveau des Gebotenen. Die im widerwärtig großgoscherten Infozettel gezogenen Vergleiche mit Testament, Kreator, In Flames und At The Gates kann ich zwar so gut wie überhaupt nicht nachvollziehen, was aber nichts daran ändert dass hier ein absolut bemerkenswertes Debüt-Album vorliegt (das für mich ganz klar diverse alte Death Metal - Größen als Einflüsse verrät). Vom tollen Einstieg mit Modern Slavery an, wird nicht nur mit der nötigen Grobheit vorgegangen, nein, hier grooooovt's auch an allen Ecken und Enden. Hab ich "Grobheit" gesagt? Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Härte des Materials, aber keinesfalls auf die spieltechnischen Fertigkeiten der bayrischen Band, die über jeden Zweifel erhaben sind. Daneben haben sie es auch noch geschafft, ins Ohr gehende Riffs zu kreieren. Darf ich zu diesem Thema MOD sowie das zweiteilige Titelstück empfehlen? Beim depressiven Drowned In Sorrow zeigen COMMANDER (in deren Reihen sich übrigens Midnattsol-Bassistin Birgit Öllbrunner befindet) dass sie es auch auf die ganz langsame Art drauf haben, mir sind allerdings die flotteren Nummern doch deutlich lieber. Textlich verzichtet man auf unsinnige Brutalitätsexzesse und widmet sich lieber Themen wie dem elendigen Zustand der Natur des Planeten Erde und den gewissenlosen Verantwortungsträgern, denen dieser Zustand zu verdanken ist. Zum Abschluss wird es mit der Trilogie Dead But Alive dann noch persönlicher und melodischer, was aber gut zum pessimistischen und wuterfüllten Gesamteindruck passt. Absolut empfehlenswert!