REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Sehr geehrter COMMANDER aus München, ich finde es höchst albern, in einem einer Promo-CD beiliegenden Anschreiben mit vorstehender Anrede betituliert zu werden. Da besagtes Schreiben aber von Ihrem für die Bemusterung zuständigen Label Band Land Records zu originieren scheint, gedenke ich diesen unmetallischen Umgangston zu entschuldigen und mich der von Ihnen produzierten musikalischen Ausgüsse zu widmen. So gefällt mir der in den Münchener Helion-Studios kreierte Sound ihres Erstprodukts "World's Destructive Domination" wahrlich gut. Dass Ihre Bandbiografie von einem gewissen Herrn Carl Begai verfasst worden ist, tangiert mich dagegen sub-peripher. Schnittpunkte sehe ich dagegen mit Ihrer bereits angesprochenen Musik, die in ihrer - grob formuliert - Death-metallischen Ausrichtung meine Ohren bereits dauerhaft zu verzücken vermag. Seien es filigrane Leads oder - man möge meine Wortwahl entschuldigen - brachiale Riff-Gewitter mit bitterbösem Groove-Potential. Erfreulich ist auch das druckvolle Vokal-Organ von Herrn Nick Kolar, der sich trotz abyssischsten Tonlagen stets wohl zu artikulieren versteht. Hervorheben möchte ich indes neben der famos-wuchtigen Schlagwerk- und Bass-Arbeit vor allem die Saiten-Instrumentalisten, zu denen neben dem bereits vorgestelltem Herrn Kolar ein gewisser Herr Augstein (alles muss verstaugt sein) zählt. Dynamisch, songdienlich, kompetent. Metallerherzen höher schlagen lassende Death-Thrash-Riffs mit einem mehr oder weniger subtilen Hang zur Melodie sind den Herren sicher kein Fremdwort. Bei aller zu keiner Zeit euphemistischen rezensierenden Freude meinerseits seien abschließend dennoch einige - sagen wir - verbesserungswürdige Punkte genannt: Trotz des Titels "Disharmony" stechen die unsauberen Abrutscher auf den Saiten aus der ansonsten formidablen Produktion während der Präsentation dieses Stücks unschön hervor. Auch diverse Anleihen an verschiedene bestehende Institution müssten bei der anderweits vorherrschenden Eigenständigkeit sicherlich nicht sein. "Drowned In Sorrow" beispielsweise erinnert zumindest in Teilen an SIX FEET UNDER, während das mit einer wohligen Spieldosen-Melodei eingeleitete "Save One's Own Hide" in großen Teilen unüberhörbare Parallelen zu den geographisch nicht zu weit entfernten JUSTICE offenbart. Dass zudem ARCH ENEMY auch in München bekannt sind, lässt sich ebenfalls mitunter aus manchem musikalischen Moment folgern. Diese sich offensichtlich in der Minderheit befindenden Mängel mildern das Zusammentreffen mit Ihnen, werter COMMANDER, aber nur marginal. Ansonsten freue ich mich Ihnen im Namen der Redaktion ein wohlgestaltes Debüt attestieren zu können und verabschiede mich in aller gebührenden Form hochachtungsvoll von Ihnen.